Flugzeugfonds sind geschlossene Investmentfonds. Die Investmentgesellschaft sammelt so viel Geld von den Anlegern ein, dass die Anlage – ein Flugzeug oder auch mehrere Flugzeuge – finanziert werden kann, dann schließt sie den Fonds. Die Anleger sind künftig de facto am Verleasen des Flugzeugs beteiligt. Das kann gewinnträchtig sein, doch es gibt auch Risiken.

Anlagehorizont und Renditeerwartung bei einem Flugzeugfonds

Die Anlagehorizonte sind mittel- bis langfristig ausgelegt, als Standard gelten 10 bis 20 Jahre. In dieser Zeit erwirtschaftet ein gut ausgelastetes Flugzeug ohne größere Reparaturen eigentlich gute Umsätze. Die Airlines können mit dem Geld aus einem Flugzeugfonds ein neues Flugzeug anschaffen, ohne selbst investieren zu müssen. Sie überweisen lediglich Leasinggebühren an die Beteiligungsgesellschaft. Diese ist Besitzerin des Flugzeugs. Der Leasingnehmer – die Airline – trägt die Risiken der Instandhaltungskosten und der Ausfälle durch technische Störungen.

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Nach Ablauf des Leasingvertrages kann das Flugzeug zu marktüblichen Konditionen verkauft werden. Für die Sicherheit der Geldanlage nutzt die Fondsgesellschaft ein mehrstufiges Sicherheitskonzept, zu dem eine gutachterliche Bekundung zu realistischen Verkaufserlösen und die vertragliche Verpflichtung des Leasingnehmers zur Rückgabe in einem verkaufsfähigen Zustand gehören („half-life condition“ oder „full-life condition“).

Gut zu wissen
Die Rendite entsteht hauptsächlich durch die Leasingraten, welche allmählich den Anschaffungspreis übersteigen. Durch den Verkauf des Flugzeuges nach dem Laufzeitende erhalten die Anleger den Löwenanteil ihrer Einlage zurück. Die Renditeerwartungen bewegen sich zwischen sechs bis 13 % jährlich.

Chancen und Risiken von Flugzeugfonds

Die Fonds können beim Verleasen an renommierte Airlines die beschriebene Rendite einfahren. Anleger müssen an die Besteuerung denken, denn es kann sich um Vermietung und Verpachtung und gleichzeitig um Kapitalvermögen handeln. Das ist ein Nebenaspekt der Flugzeugfonds, den sich ein Steuerberater anschauen muss (das Fondskonzept entscheidet).

Die Risiken von Flugzeugfonds betreffen grundsätzlich die unternehmerische Beteiligung, denn eine extrem ungünstig wirtschaftliche Entwicklung oder der Eintritt nicht versicherbarer Ereignisse sind niemals gänzlich auszuschließen. Sollte der Anleger auch noch eine Fremdfinanzierung für seine Einlage genutzt haben, könnte ein Schaden noch größer ausfallen.

Doch es gibt auch sehr spezielle Risiken eines Flugzeugfonds, nämlich beim Verkauf oder Anschlussleasing des Flugzeugs. Möglicherweise werden hierbei längst nicht die prognostizierten Einnahmen erzielt. Solche Risiken lassen sich reduzieren, wenn der Flugzeugfonds möglichst in sehr moderne (völlig neue) Flugzeugmodelle investiert. Ein weiteres Risiko wäre die Insolvenz der Airline. Hierbei droht der vorübergehende Totalausfall der Leasingeinnahmen. Wegen solcher Fälle, die es natürlich gab, warnen manche Kritiker vor der „Geldverbrennung“ durch Flugzeugfonds.

Foto: © 2017 Pixabay

Flugzeugfonds als Kapitalanlage
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